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Lederpflege mit Hausmitteln: 6 Methoden im Vergleich

Das widerstandsfähige Material Leder findet sich mittlerweile bei den verschiedensten täglichen Gebrauchsgegenständen: ob Schuhe, Möbel, Autositze oder Handyhüllen. Eine regelmäßige Lederpflege ist bei allen Gebrauchsgegenständen unerlässlich, damit das gute Stück eine möglichst lange Lebensdauer erreicht. 

Ratgeber mit nützlichen Tipps zur Lederpflege mit Hausmitteln finden sich im Internet dabei zur Genüge. Heute wollen wir einige der gemeingängigen Haushaltstipps unter die Lupe nehmen und Ihnen erklären, was an diesen Ratschlägen dran ist und wie Sie Leder richtig pflegen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Einige Haushaltstipps sind nicht mehr zeitgemäß
  2. Lederpflege mit Bodylotion und Hautcreme
  3. Lederpflege mit Milch
  4. Lederpflege mit Wachs
  5. Lederpflege mit Pflanzenöl
  6. Reinigung des Leders mit Kernseife oder Spülmittel
  7. Reinigung des Leders mit Essig
  8. Fazit

Einige Haushaltstipps sind nicht mehr zeitgemäß

Einige der Tipps zur Anwendung der Hausmittel stammen aus der Zeit, als das Leder auf eine andere Weise gegerbt wurde, als dies heute der Fall ist. In der ursprünglichen Herstellungsvariante wurde Leder mittels verschiedener Pflanzenstoffe gegerbt. Diese Gerbung hatte maßgebliche Folgen für die späteren Eigenschaften des Leders, denn nach einer pflanzlichen Gerbung ist das Leder in der Regel robuster und viele herkömmliche Hausmittel haben zum Zweck der natürlichen Lederpflege durchaus ausgereicht.

In der heutigen Zeit wird Leder zumeist mittels chemischer Verfahren gegerbt. Dies gibt dem Leder eine andere Beschaffenheit, sodass auch die Pflege des Lederstücks eingeschränkt wird. Lederprodukte sind somit heutzutage sensibler, weswegen die richtige Lederpflege stattdessen mit fachgerechten Lederpflegemitteln betrieben werden sollte. Dabei gilt auch hier: Es muss das richtige Produkt sein, das auf die Art des Leders abgestimmt ist.

Zudem: Bevor Sie sich für eine bestimmte Pflegevariante entscheiden, sollten Sie sich zuallererst das Lederstück genau ansehen. Denn es kommt grundsätzlich darauf an, um was für einen Gegenstand es sich handelt, wie die Beschaffung des Leders aussieht und welche Ledersorte verarbeitet wurde. Denn verschiedene Ledersorten und -produkte haben unterschiedliche Pflegeansprüche. Beispielsweise müssen Ledersitze im Auto grundsätzlich anders gepflegt werden als Lederschuhwerk, Möbelstücke oder Handyhüllen. 

Lederpflege mit Bodylotion und Hautcreme

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Weil Leder aus Tierhaut hergestellt wird und viele gemeinsame Eigenschaften mit unserer Haut hat, liegt die Vermutung besonders nahe, dass man das Leder ebenfalls mit Bodylotion oder Hautcreme wie Nivea pflegen kann. Dieser Haushaltstipp hält sich seit langer Zeit besonders hartnäckig, doch leider ist der Einsatz tatsächlich nur bedingt (wenn überhaupt) sinnvoll.

Die meisten Hautcremes und Bodylotionen ziehen tatsächlich nicht in die Haut ein, sondern bleiben nur auf der Hautoberfläche liegen. Dabei verdunstet die Feuchtigkeit und es bleibt eine dünne Fettschicht übrig. Das bedeutet nicht, dass die Anwendung von Hautcremes und Lotionen nicht sinnvoll ist, sondern lediglich, dass dies eben in Kombination mit einer porentiefen Reinigung erfolgen sollte. Bei Leder verhält es sich ähnlich wie bei lebender Haut – Offenporiges Leder saugt die Cremes und Bodylotionen auf, während sie bei pigmentiertem Leder nur auf der Oberfläche bleiben. Da Cremes außerdem oft Parabene, Silikone und anderweitige Inhaltsstoffe beinhalten, die für das Leder ungeeignet sind, können sich unschöne Schlieren bilden, das Leder kann sich verfärben, oder im schlimmsten Fall sogar porös werden. Sind in den Cremes Inhaltsstoffe pflanzlicher oder tierischer Herkunft enthalten, können sie sogar ranzig werden und schimmeln. 

Fazit: Trotz der Ähnlichkeiten zwischen dem Leder und der Haut sind die Inhaltsstoffe der Cremes und Bodylotionen nicht für die Lederpflege geeignet. 

Lederpflege mit Milch

In Ratgebern taucht immer wieder der Tipp auf, Leder mit Milch oder Buttermilch zu pflegen. Diese Vorgehensweise ist jedoch allenfalls bedingt empfehlenswert. Doch warum wird Milch überhaupt als Hausmittel für die Lederpflege genannt? Milch enthält Milchsäure, die zum einen desinfizierende Eigenschaften hat und zum anderen hartnäckige Flecken entfernen kann. Dennoch ist die Verwendung von Milch oder Buttermilch als Reinigungs- oder Pflegemittel nicht sinnvoll. Ganz egal, ob man Milch oder Buttermilch unverdünnt oder mit Wasser verdünnt verwendet: Milch vergärt und wird schlecht. Das damit behandelte Leder kann deshalb einen ranzigen Geruch entwickeln. Darüber hinaus erreicht man mit dieser Art der „Lederpflege“ leider oft das Gegenteil: Es kommt zu unschönen Verfärbungen, Flecken oder sogar zur Schimmelbildung. Außerdem wird das Leder oft klebrig. Bei den im Handel erhältlichen Pflegeprodukten, die als „Ledermilch“ bezeichnet werden, handelt es sich um Emulsionen, die von der Konsistenz her an Milch erinnern, jedoch mit anderen Inhaltsstoffen wie Lanolin hergestellt werden.

Sollten Sie dennoch die Methode der Lederpflege mit Milch testen wollen, empfehlen wir dies, wie bei jeder anderen Methode, an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren. Verwenden Sie nur wenig Milch und tragen Sie die Flüssigkeit mit einem weichen Tuch auf. Danach sollte das Lederstück mit Wasser abgewischt werden und komplett austrocknen.

Fazit: Diese Methode ist nicht empfehlenswert, kann jedoch bei hartnäckigen Flecken auf Glattleder und wenn kein anderes Pflegemittel zur Verfügung steht, den gewünschten Effekt erzielen.

Lederpflege mit Wachs

Wachs gilt seit Jahrhunderten als hervorragendes Mittel für die natürliche Lederpflege von Glattleder. Weil Wachs nicht wasserlöslich ist, wird es gerne zum Imprägnieren verwendet. Besonders beliebt sind die Methoden, Bienenwachs zu nutzen oder das Leder mit einer Paraffinkerze einzureiben. Bei beiden Methoden wird Wachs auf das Leder aufgetragen und im Anschluss mit einer weichen Bürste sanft eingearbeitet. Das Bürsten erzeugt eine Reibungshitze, die das Wachs verflüssigt, sodass es besser in das Leder einzieht. Statt einer Bürste können Sie auch einen auf niedrigster Stufe eingestellten Föhn verwenden. Dank der Behandlung mit Wachs wird das Leder weicher und gleichzeitig wasserfest.

Unter dem Begriff Lederwachs werden diverse Produkte vermarktet, die für unterschiedliche Zwecke geeignet sind. Paraffinwachs ist ideal für die Pflege glatter und glänzender Lederarten. Bienenwachs zeichnet sich im Vergleich zum Paraffinwachs durch eine noch bessere Wasserfestigkeit aus, ist allerdings etwas klebriger, sodass Schmutz leichter am Material haften bleibt. Beide Wachsarten werden häufig kombiniert. Wachs wird nicht nur zum Imprägnieren, sondern auch zum Aufarbeiten des Leders verwendet, das dadurch einen charakteristischen Glanz erhält. 

Achten Sie bei der Lederpflege mit Wachs darauf, ob es für das spezielle Leder und die Art der Lederverarbeitung geeignet ist. Besonders bei hellem Leder kann es leicht zu Verfärbungen kommen.

Fazit: Wachs kann zur Pflege von Glattleder bzw. pflanzlich gegerbtem Leder genutzt werden, wenn kein geeignetes Lederpflegeprodukt verfügbar ist. Aber auch hier gilt der Tipp: Beachten Sie die Zusammensetzung des Produktes sowie die Herstellerangaben, denn nicht jedes Wachs ist für alle Lederarten geeignet.

Lederpflege mit Pflanzenöl

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Pflanzenöl wird deshalb gern für die natürliche Lederpflege von Glattleder verwendet, weil auch das Leder selbst Öl beinhaltet. Dieses Öl geht jedoch durch Austrocknung, Abnutzung, Oxidierung, aber auch durch die Reinigung verloren. Deshalb erscheint es sinnvoll, regelmäßig (beispielsweise ein- bis zweimal jährlich oder nach jeder Lederreinigung) Öl auf das Leder aufzutragen. Aus Gründen der Verfügbarkeit wird dann üblicherweise auf Pflanzenöl zurückgegriffen.  

Tatsächlich ist Pflanzenöl, sparsam verwendet, zur Pflege und Versiegelung des Leders geeignet. Altes oder ausgetrocknetes Leder wird auf diese Weise wieder geschmeidig. Außerdem dringt das Pflanzenöl in die Poren des Leders ein und hat somit einen imprägnierenden Effekt.

Das Eindringen des Pflanzenöls in die Poren ist jedoch andererseits der Grund, weshalb es nicht zur Pflege von offenporigem Leder verwendet werden sollte. Öl zieht ins Leder ein und verstopft die Poren ähnlich wie es auch bei menschlicher Haut der Fall wäre. Schon ein wenig zu viel Pflanzenöl kann leicht dazu führen, dass das Leder mit Öl übersättigt und dadurch einerseits schmutzanfälliger und andererseits unangenehm fettig wird. Darüber hinaus führt Pflanzenöl oft dazu, dass sich die Nähte aufblähen, das Leder verfärbt und nach einiger Zeit einen ranzigen Geruch annimmt.

Bei pigmentiertem Glattleder kann Öl hingegen tatsächlich das Leder auffrischen. Da diese Ledersorte das Öl nicht aufsaugt, ist die Gefahr der Beschädigung minimal. Tipp: Verwenden Sie das Öl sehr sparsam auf einem weichen Tuch, damit die Nähte nicht trotzdem beschädigt werden. Traditionell fettgegerbtes Leder, das bereits bei der Herstellung mit Öl oder Fett behandelt wurde, kann problemlos mit Öl gepflegt werden. Moderne Lederprodukte werden allerdings mit anderen Verfahren gegerbt. Deshalb sollten Sie unbedingt die Pflegehinweise des Herstellers beachten, bevor Sie die Lederjacke oder die Schuhe mit Pflanzenöl behandeln.    

Achten Sie außerdem darauf, dass zunächst grober Schmutz entfernt wird, denn Öl sollte niemals auf dreckige Stellen aufgetragen werden. Öl bewirkt, dass sich die Flecken noch tiefer im Leder festsetzen und kaum noch zu entfernen sind.   

Fazit: Öle sind wasserabweisend und damit grundsätzlich zum Imprägnieren von Glattleder geeignet. Beachten Sie jedoch die Pflegehinweise und verwenden Sie Öl niemals zur Lederreinigung, sondern lediglich, um das Leder geschmeidig zu halten und einen Nässeschutz zu erreichen. Offenporiges Leder kann sich leicht verfärben und wird im schlimmsten Fall sogar dauerhaft beschädigt. Pigmentiertes und versiegeltes Glattleder erstrahlt nach der Lederpflege mit Öl hingegen in neuem Glanz und der dünne Schutzfilm auf der Oberfläche verhindert das Anhaften von Schmutz und das Eindringen von Wasser.   

Reinigung des Leders mit Kernseife oder Spülmittel

Seife und Spülmittel sind zur Lederreinigung geeignet, denn beide haben die Eigenschaft, sich an Schmutz zu binden und sind fettlösend. Dadurch wird die Tiefenreinigung des Leders erleichtert. Somit sind Kernseife und Spülmittel sehr effektiv, wenn es darum geht, sowohl tiefsitzenden als auch oberflächlichen hartnäckigen Schmutz zu entfernen.

Gleichzeitig entziehen diese Reinigungsmittel dem Leder allerdings Feuchtigkeit. Die für die Lederreinigung vorteilhafte Eigenschaft des Fettlösens bewirkt leider auch ein Austrocknen des Materials und kann zu Beschädigungen führen. Deshalb sollten Sie nach der Reinigung immer ein Pflegemittel mit rückfettender Wirkung verwenden. Achten Sie außerdem darauf, dass das Lederstück nicht durchnässt wird. Tragen Sie die Seife sanft mit einem feuchten Tuch auf oder schäumen Sie das Lederstück mit einer weichen Bürste ein. Bei der Seifenmenge gilt wie so oft: Weniger ist mehr.

Tipp: Destilliertes Wasser ist besser für die Reinigung geeignet, da es im Gegensatz zu normalem Leitungswasser keine Kalkflecken auf dem Leder hinterlassen kann.

Fazit: Kernseife oder Spülmittel können aufgrund der fettlösenden Wirkung für die Lederreinigung verwendet werden. Weil damit nicht nur Schmutz, sondern auch Feuchtigkeit entfernt wird, sollte man das Lederstück im Nachgang pflegen und die Oberfläche wieder versiegeln. 

Reinigung des Leders mit Essig

Die Verwendung von Essig ist ebenfalls eine beliebte Methode der natürlichen Lederpflege. Essig ist fettlösend und wirkt zudem desinfizierend, weil es Keime abtötet. Deswegen wird Essig genutzt, um Leder zu reinigen und Gerüche zu entfernen, die aufgrund der Vermehrung von geruchsbildenden Bakterien entstehen. Achten Sie jedoch darauf, welche Art von Essig Sie verwenden, denn Apfel- und Weinessig können das Leder verfärben. Außerdem sollte der Essig nicht auf Reißverschlüsse oder andere Metallteile geraten, da diese ansonsten nach einiger Zeit rosten. 

Fazit: Essig bzw. eine Essig-Wasser Lösung im Verhältnis 1:1 ist zur regelmäßigen Reinigung verschiedener Ledersorten geeignet. Da Essig schnell verdunstet, brauchen Sie keinen unangenehmen Essiggeruch zu befürchten. Im Gegenteil: Die Lederpflege mit Essig sorgt dafür, Gerüche zu entfernen.  

Fazit

Es gibt zwar einige Hausmittel, die für die natürliche Lederpflege geeignet sind. Leider sind diese Hausmittel nicht für alle Lederarten uneingeschränkt empfehlenswert und bewirken außerdem meist entweder nur die Reinigung oder aufgrund der rückfettenden Wirkung die Pflege von Ledermaterialien. Wenn Sie Flecken von Ihrer Lieblingslederjacke entfernen oder Ihre wertvollen Ledersitze im Auto reinigen möchten, sind Sie im Zweifelsfall mit einer speziellen Lederpflege immer besser beraten. Den besten Effekt werden Sie erzielen, wenn Sie sowohl die Pflegehinweise des Herstellers als auch die Hinweise auf dem Pflegemittel beachten und aufeinander abstimmen. So verhindern Sie Beschädigungen am Leder und können sich über den optimalen Effekt der richtigen Pflege freuen.

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